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HAPPY BIRTHDAY, ELLE !!!

ELLe COVER

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Von der Frauenzeitschrift zum Modemagazin. Die deutsche Elle feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag. Dabei gehört sie trotz ihres staatlichen Alters –zumindest für ein Magazin- noch längst nicht zum alten Eisen. Immer noch fester Bestandteil der einschlägigen Zeitschriftenregale wird es Zeit das Urgestein der deutschen Magazinlandschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Blick: Entwicklung, Lesewert und Charakter der Elle Deutschland.

ALLES AUF ANFANG

Zurück zu den Wurzeln begann dabei alles im Oktober 1945 als Hélène Gordon-Lazareff gemeinsam mit ihrem Mann die erste Ausgabe in Frankreich publizierte. Internationale Mode, Gesellschaft, Eleganz, Kultur und dazu die ersten Bilder in Farbe katapultierten das Magazin in die A-Liga der Frauenzeitschriften, die es 1988 –Hubert Burda sei Dank- auch zu einem Ableger in Deutschland brachte.

Unter dem Zepter von Beate Wedekind als Chefredakteurin mauserte sich „Elle“ zur Zeitschrift von Frauen für Frauen. Neben Mode- und Beautythemen fanden Persönlichkeiten wie Otto Schily genauso ihren Platz wie Reportagen über Wirtschaftsstudentinnen an Elite-Schulen.

ELLE

„Als Gloria von Thurn und Taxis für unsere erste Ausgabe ihren Kleiderschrank öffnete, da war das zum allerersten Mal, dass jemand im Schloss fotografieren durfte. Wir hatten einen richtig guten Kulturteil und zeigten in der Tradition der französischen „Elle“ auch politisch Flagge. Und „Elle“ war die erste Zeitschrift in Deutschland, in der hervorragende Autorinnen aus der ehemaligen DDR schreiben konnten“, Beate Wedekind 2008 im Interview mit dem Tagesspiegel.

Mein persönliches Elle-Highlight ist dabei die September-Ausgabe 1990. In der Jil Sander als Gast-Chefredakteurin fungiert. Der Plan dabei ein Heft von einer Person, die interessant, innovativ und international ist, gestalten zu lassen. Den Anfang machte die Modedesignerin Jil Sander und bewies mit Themen wie Mode und Ökologie, ein Porträt über den Fotografen Nick Knight oder das Dossier „Karriere ohne Verzicht“ ihren Weitblick.

VON DEN FRAUEN ZUR MODE

Mit den Jahren änderten sich dann nicht nur die Chefredakteurinnen von Beate Wedekind bis zu Sabine Nedelchev, sondern auch die Ausrichtung der „Elle“. Ganz nach der Devise inhaltliche Reduktion auf das Äußerliche entwickelte sich das Heft vom Frauenmagazin zur Modezeitschrift.

Deutlichstes Indiz bereits im Editorial stellt Chefredakteurin Sabine Nedelchev ihre „Top Five“ Konsumgüter für den Monat vor. Dies ist natürlich auch der radikalen Veränderung des Marktes geschuldet. So richten sich doch Magazine wie „Elle“, „Vogue“ oder „Madame“ vor allem an eine kaufkräftige Leserschaft.

“Ein Thema muss etwas haben, was die Zukunft mitschmiedet, die Sehnsüchte der Menschen anspricht, denn daraus entstehen Trends – und nicht aus der Frage, ob die neueste Handtasche rot ist. Und das wollen wir wie ein Seismograph herausspüren”, skizziert Sabine Nedelchev ihr Konzept.

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Wesentlich deutlichere Worte findet Beate Wedekind zum Thema, wie sich die Elle in den vergangenen Jahren verändert hat:

„Für mich sollte eine Zeitschrift für Frauen auch auf das Herz ihrer Leserinnen zielen, nicht in erster Linie auf ihr Portemonnaie.“

STATUS QUO

Von den Frauen zur Mode hat sich für mich persönlich die Elle zur konservativen Schwester der Vogue entwickelt. Der Konsum steht zwar im Vordergrund doch trotzdem finden auch interessante Menschen wie aktuell Jeanne Moreau oder Isabelle Huppert ihren Platz. Allerdings würde ich mir für die nächsten 25 Jahre noch mehr Platz für Menschen, Reportagen und Geschichten wünschen und noch ein kleiner Tip am Rande, eine Sonderausgabe mit Jil Sander als Chefredakteurin würde ich mir auf jeden Fall kaufen. In diesem Sinne: Happy Birthday, ELLE!!!

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