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Die Freundinnen-Fraktion

Cover

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Sie heißen Brigitte, Tina, Laura oder Petra. Gemeint sind nicht die besten Freundinnen, sondern solche, die es gern sein würden -und zwar im Print-Format. Ganz nach dem Motto „der Name ist Programm“ setzt sich die Freundinnen-Fraktion unter den Zeitschriften mit den Alltagsproblemen der Frauenwelt auseinander.

Wie kaschiere ich meine Problemzonen richtig? Wo sind die guten Männer zu finden oder wie gelingt mir der perfekte Streuselkuchen? – Brigitte, Tina und Laura wissen die Antworten. Themen zwischen Küche, Kinder, Karriere, Kleiderschrank und Kosmetikkoffer sind deren Metier. Unter der Lupe die Freundinnen-Fraktion oder Brigitte, Freundin und Für Sie.

BRIGITTE

Brigitte

Bereits seit Mai 1954 steht die Brigitte ihren Leserinnen mit Rat und Tat zur Seite. Im Gegensatz zu anderen Frauenzeitschriften baute sich die Brigitte dabei früh ein seriöses Image auf und setzte sich öffentlich für die Interessen der Frauen ein.  So beauftragte sie schon 1972 die Soziologin Helge Pross mit einer Untersuchung über Frauen im Beruf, 1994 startete sie die Kampagne „Prominente Frauen gegen rechts“ und 2010 die Initiative „ohne Models“, die sich vor allem gegen Magermodels aussprach und normale Frauen in den Blickpunkt rückte. Da allerdings selbst die normalen Frauen zu schön waren und Leserinnen deshalb über Minderwertigkeitskomplexe geklagt hätten, sind seit September 2012 wieder normale Models im Heft zu finden.

Mit Themen rund um Mode, Kultur, Beauty, Partnerschaft und Leben widmet sich die Brigitte ganz der Realität statt dem Hollywood-Glamour. Service-Tipps für den Alltag, tragbare, erschwingliche Mode und Probleme aus der Realität, abgerundet durch kritische und informative Beiträge bilden die Eckpfeiler der Brigitte und prägen den Leserwert des Magazins.

FREUNDIN

Freundin

Ein weiteres „Burda-Gewächs“, welches sich in die Freundinnen-Fraktion einordnet ist, ganz dem Namen entsprechend, die „Freundin“. Die Älteste – seit 1948 auf dem Markt – unter den klassischen Frauenzeitschriften richtet sich vor allem auch an ein jüngeres Publikum. So ist die Zielgruppe laut Mediadaten definiert für Frauen zwischen 25 und 49 Jahren mit einem Haushaltsnettoeinkommen von € 2.500 und mehr. Dies macht sich auch in den Rubriken bemerkbar. Themen zu Stars, Mode, Beauty, Leben & Lieben, Wohnen & Genuss, sowie Reise und Unterhaltung bilden das Grundgerüst des Magazins. Im Gegensatz zur Brigitte zeigt sich die Freundin dabei modisch gewagter und insgesamt mehr orientiert an den Stars & Sternchen. Vom Grundprinzip ähnlich aufgebaut wie die Brigitte – also der Service für die Leserin steht im Mittelpunkt – fehlen allerdings kritische und auch informative Beiträge rund um das Zeitgeschehen.

FÜR SIE

Für sie

„Mit der Für Sie wird die Frau angesprochen, deren erste Priorität die Familie ist und für die der Beruf, wenn überhaupt, erst an zweiter Stelle kommt”, äußert sich Andreas Millies bis 1998 Chefredakteur der Für Sie 1995 im Interview mit der Zeit. Der Blick in das Heft zeigt,  auch heute noch fast 20 Jahre später, setzt die Für Sie den Fokus auf die klassischen Themen rund um Küche, Kleiderschrank, Kinder und Kosmetik. Was komplett fehlt sind die aktuellen Reportagen und Geschichten. Allerdings hat die Für Sie auch nicht diesen Anspruch, wie Millies im Gespräch mit der Zeit bereits 1995 klar stellt: “Es gibt Dinge, die gehören da einfach nicht rein. Wenn eine Frau politisch interessiert ist, kauft sie sich die Zeit, den Spiegel oder die Woche. Das kann ich ihr eh nicht bieten.“

FAZIT

Vom perfekten Streuselkuchen bis zum richtigen Kräutergarten – Als Ratgeber rund um Kind, Karriere, Küche und Kosmetik bieten alle drei Magazine einen umfassenden Blick. Will ich dazu noch spannende Geschichten ist wohl die Brigitte die erste Wahl. Interessieren mich mehr die Dinge rund um Haus und Garten bietet die Für Sie am meisten Service und will ich zusätzlich auch noch Hollywood-Glamour sollte ich mir die Freundin zulegen.

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