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ALLES GOLD WAS GLÄNZT

Straight Collection

 

Straight Collection

Straight Collection | Moquii

 

Purismus, Ironie, Geometrie – und dazu ist alles echt. Stefan und Mia vom Label Moquii aus Regensburg machen Schmuck mit Substanz. Aus echten Edelmetallen wie Gold, Silber oder Edelsteinen fertigen sie Schmuckstücke mit Charakter. Im Gespräch mit Mia und Stefan von Moquii …

 

MOQUII IST JA NICHT NUR EUER LABEL, SONDERN AUCH GOLDSCHMIEDE, ATELIER UND GALERIE. WAS KANN ICH MIR GENAU DARUNTER VORSTELLEN?

Stefan: Moquii ist unsere Vorstellung von dem, was wir mit Schmuck machen wollen. Wir machen selbst Schmuck, deshalb Goldschmiede. Wir möchten gerne Schmuck zeigen, deshalb eine Galerie und was wir zeigen ist zeitgenössischer Schmuck.

WAS HEBT EUCH VON KLASSISCHEN GOLDSCHMIEDEN AB ODER WIE WÜRDET IHR EUREN STIL BESCHREIBEN?

Stefan: Ich würde sagen, im Gegensatz zu klassischen Goldschmieden sind wir modisch orientierter. Da wir den Zugang nicht nur von der technischen Seite finden, sondern vor allem auch durch die Gestaltung.

Mia: Ich glaube durch die Zeit bei Dior bin ich auch sehr stark durch die Mode geprägt. Aber einen richtigen Stil haben wir eigentlich nicht. Momentan sind unsere eigenen Kollektionen zwar eher clean, dass kann sich aber auch wieder ändern. Ein Merkmal ist vielleicht, dass sie eigentlich immer unmittelbar in ihrer Aussage sind. Also z.B. die Pour Toi Serie mit den geschriebenen Wörtern „Ja“, „Nein“, „Yes“, „No“. Klarer kann man das eigentlich nicht formulieren oder die Barren-Ringe mit den Gewichtsangaben.

Stefan: Sprichwörtlich wie die Faust aufs Auge.

Pour Toi Serie | Moquii

Pour Toi Serie | Moquii

 

HABT IHR SCHON EINE IDEE FÜR EURE NÄCHSTEN STÜCKE?

Mia: Es wird was mit Ketten, Quasten und geometrischen Formen zu tun haben. Den formalen Grundstock bilden die 20 er und 40 er Jahre – etwas Art Deco.

WIE MUSS ICH MIR DIE UMSETZUNG VON DER ERSTEN IDEE BIS ZUM FERTIGEN SCHMUCKSTÜCK VORSTELLEN?

Stefan: Wie in allen gestalterischen Bereichen steht am Anfang die Idee. Dabei führen viele Wege nach Rom. Die eigentliche Arbeit fängt aber erst nach der Idee an. Mia hat dann ganz viel damit zu tun zu überlegen, wie sie das umsetzen kann. Sie ist ja sozusagen unser goldschmiedisches Gehirn, was das angeht.

Mia: Manche Sachen fallen dann einfach auch raus, weil es technisch nicht umsetzbar ist oder zu aufwendig oder nicht mehr tragbar. Der nächste Schritt nach der Idee ist, dass du auf irgendeine Art und Weise den Prototypen baust, um zu sehen, ob es funktioniert.

Stefan: Im Zweifelsfall kann dann noch alles Mögliche passieren. Wir haben jetzt beispielsweise auch gerade ein paar Sachen, die zwar fertig sind und toll aussehen, sich aber in der Herstellung nicht lohnen, weil sie zu aufwendig und zu teuer sind. Das bleiben dann Schaustücke, die nicht in den Verkauf kommen, sondern höchstens mal auf einem Foto zu sehen sind. In der Startphase einer Kollektion kommt das schon öfter mal vor, dass man auch ganz viel für den Mülleimer arbeitet.

Sailor Serie | Moquii

Sailor Serie | Moquii

 

WAS ICH MIR BEI EUCH DANN AUCH SCHWIERIG VORSTELLE, IST DAS IHR JA AUSSCHLIEßLICH MIT ECHTMATERIALIEN ARBEITET. WIRD DAS DANN AUF DIE DAUER NICHT ZIEMLICH TEUER?

Stefan: Das ist ja das Coole, weil wir alles wieder recyceln können.

Mia: Für uns macht es teilweise nicht Mal Sinn die Prototypen in unechten Materialien wie Messing zu bauen, weil das die doppelte Arbeit wäre. Du verlierst ja in dem nichts, weil du das Material dann immer wieder verwenden kannst.

NEBEN EUREN KOLLEKTIONEN STELLT IHR AUCH ANDERE SCHMUCKKÜNSTLER IN EUREM LADEN AUS. WIE ZEICHNET SICH DEREN SCHMUCK AUS?

Mia: Wichtig ist für uns, dass die Unikate und Kleinserien technisch sauber gearbeitet sind, aus Echtmaterial bestehen und eine klare Aussage haben. Dabei ist keines wie das Andere.

Stefan: Dadurch dass wir verschiedene Künstler in der Galeriefläche haben, die wir gut finden, ergibt sich irgendwie immer ein Querschnitt durch verschiedene Stile. Die einzelnen Stücke bestechen jedes auf seine Weise, schlagen aber auch mehr in die gestalterische und modische Richtung.

Anette Ehinger bei Moquii

Anette Ehinger bei Moquii

 

WAS HABT IHR MOMENTAN FÜR ANDERE LABELS?

Stefan: Im Moment haben wir z.B. die Labels Bastard Collection, Anette Ehinger, Dirk Feldmann und Juni. Bastard macht beispielsweise Buchstabenringe, bei Anette Ehinger steht der Edelstein im Fokus, Dirk Feldmann zeigt in seiner Serie „Feldlinge“ Schnitzereien und bei Oliver Schmidt von Juni dreht sich alles rund um den Knoten. Viele der Labels arbeiten dabei wie wir mit direkten Symbolen. Wir sind aber natürlich auch immer auf der Suche nach neuen Schmuckkünstlern, deren Sachen uns gefallen. Der Mut zum Ornament ist schon auch vorhanden!

NACHDEM IHR EUCH JA TAGTÄGLICH MIT SCHMUCK BESCHÄFTIGT, TRAGT IHR SELBST NOCH SCHMUCK?

Mia: Vor meiner Ausbildung habe ich an jedem Finger einen Ring getragen, aber mittlerweile hat das stark abgenommen. Ich trag jetzt eigentlich nur noch meinen Verlobungsring und ab und zu Ohrringe. Ich glaube, das liegt auch daran, dass ich Schmuckstücke immer wieder aufarbeite und weiß, wie viel Arbeit darin steckt, damit sie so perfekt aussehen.

Stefan: Bei mir ist das anders. Ich würde mich am liebsten wie ein Christbaum behängen, wenn es nicht so lächerlich aussähe. Ich muss mich da immer selber bremsen.

Die Köpfe hinter Moquii: Mia und Stefan

Die Köpfe hinter Moquii: Mia und Stefan

 

WAS HABT IHR VOR MOQUII GEMACHT?

Mia: Ich habe zunächst meine Ausbildung zur staatlich geprüften Designerin am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät in Pforzheim und als Goldschmiedin in Darmstadt abgeschlossen. Danach war ich bei Dior Couture als Modell-Goldschmiedin tätig.

 

Stefan: Nach meinen Abschluss als Diplom Industrial Designer arbeitete ich zunächst freiberuflich in Deutschland und der Schweiz mit Schwerpunkt shop & retail Design. Danach war ich bei der Agentur Liganova Designmanager.

ICH ALS „SCHMUCK-LAIE“ FINDE ES IMMER SCHWIERIG EINZUSCHÄTZEN, OB DIE STÜCKE IHR GELD WERT SIND. HABT IHR VIELLEICHT EIN PAAR EINFACHE TIPPS, DIE MAN BEIM SCHMUCKKAUF BEACHTEN SOLLTE?

Stefan: Ich glaube, im ersten Moment ist immer wichtig, dass dir der, der dir was über den Schmuck erzählt sympathisch ist und kompetent wirkt. Er sollte auch keiner Frage ausweichen. Es gibt ein paar Sachen, die sollten nicht sein. Zum Beispiel ist mir wichtig, das die Stücke sauber sind. Es sollten keine Lagerspuren, Kratzer oder Ähnliches zu sehen sein. Das wäre für mich ein No-Go.

Mia: Ich glaube, dass merkt man schon wie einem z.B. Sachen präsentiert werden oder auch gelagert. Wie wird es aufbewahrt? Wie liegt es in der Schublade? Ist alles einfach reingeschmissen oder schön einsortiert? Wie geht derjenige auch mit dem Schmuckstück um, wenn er es dir zeigt. Zieht er Handschuhe an oder knallt er es dir einfach hin?

Vielen Dank für das Gespräch. Noch mehr zu Moquii findet ihr unter www. moquii.com

Bilder via Moquii

 

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